Partien zum Nachspielen vom Ex…

Erinnert Ihr Euch noch, als wir hier Berichte von ehemaligen Jugendspielern des Schachvereins Unna einstellten? Dazu  gehörte auch Dr. Christian Weidemann (damals noch ohne Doktortitel und für Alle einfach nur „Weidi“). Seinem Bericht hatte er auch acht Partien aus seiner Unnaer Zeit beigefügt. Die erste Partie hatten wir gleich damals mit veröffentlicht. Und mit Christian hatte ich abgestimmt, dass wir die Partien nach und nach einstellen wollten, um „nachrichtenarme Zeiten“ dann mit diesen Partien zu schmücken. Doch die Corona-Welle ebbte ab, die Saison ging weiter und selbst jetzt zeichnet sich nicht ab, dass die Nachrichten um den Schachverein und seine Mitglieder weniger werden! Daher nutze ich den Moment zwischen zwei Nachrichten und stelle die Partien (um genauer zu sein: die Partiestellungen ) nun gesamthaft ein und bekenne, dass es mich beeindruckt hat zu sehen, was ein damals „Halbwüchsiger“ im Schach schon auf dem Kasten hatte. Genießt die Stellungen und testet Euer Können! Im Anschluss an die Partien hat Weidi auch die Auflösungen vermerkt.

Dr. Christian Weidemann spielt leider aktuell bei SV Kamen 1930 in der ersten Mannschaft und ist dort der DWZ-stärkste Spieler. Trotz der vielen ehemaligen Unnaer Talente in Kamen ließ sich ein Abstieg der ersten Mannschaft in die NRW-Klasse in dieser Saison nicht verhindern. Müssen wir jetzt ein  schlechtes Gewissen haben, dass wir nicht genug für die schachliche Ausbildung getan haben?  Natürlich nicht! Denn ohne unsere Ehemaligen stünde unser Nachbarverein gar nicht erst so hoch (Kleine Spitze darf mal sein). 😉

  1. Weidemann – Uli Woestmann (A-Jgd. Bezirksmeisterschaften 1988)

 

Eine für mein damaliges Ich typische Stellung: das Brett steht in Flammen! Weiß am Zug gewinnt.

 

 

 

  1. Weidemann – Volker Vollradt, 1986

 

Eine Partie gegen einen alten Hasen aus meiner allerersten Jugend-Stadtmeisterschaft. Weiß steht strategisch auf Gewinn. Was ist die sauberste Lösung?

 

 

 

  1. Weidemann – Klein (A-Jgd-Verbandsmeisterschaft 1990)

 

Der ganze Stolz meiner Jugend! Schwarz hat gerade auf c3 einen Springer geschlagen. Mit 21.bc3: konnte Weiß Materialgleichheit wiederherstellen – bei überlegener Stellung. Doch das interessierte mich natürlich nicht. Der Computer gibt mir nach einigem Rechnen sogar recht! Wie gewinnt Weiß?

 

 

 

  1. Weidemann – Daniel Hausrath (B-Jgd-Verbandsmeisterschaft 1988)

 

Weiß gewinnt. Der erste Zug ist naheliegend, aber wie geht es weiter?

 

 

 

  1. Volker Störing-Weidemann, A-Jgd. NRW-Meisterschaft 1991)

 

Schwarz am Zug gewinnt!

  1. Weidemann – Johannes Levermann, Unna Open 1989

 

Weiß gewinnt!

 

 

 

  1. Weidemann – Woestmann, Unnaer Stadtmeisterschaften 1988

 

Schwarz hat zuletzt Sf6xd5 gespielt, nach anderen Zügen des Sf6 hätte er Gewinnstellung erreicht, aber jetzt bricht die Hölle los. Wie gewinnt Weiß am Zug?

 

 

 

 

 

Lösungen:

  1. Weidemann- Woestmann: Tb7:! (26. g3 De3:+ 27.De3: fe3: 28.fe6: mit der Drohung Lc6 ist auch gut für Weiß, aber viel weniger klar) Tb7: 27. Ld4: Dc2: 28. Df3! Dc7 (28…Tb5: 29. Da8+ Ke7 30. f6+) 29.f6 Tg6 30. Db7:!! (das prosaische 30.Da3+ gewann auch, wäre mir aber nicht im Traum eingefallen!) Db7: 31. Lc5+ Se7 32. fe7:+ Kg7 33. Tf7:+!! 1-0
  2. Weidemann-Vollradt: Ta5:! (Ablenkung!) La5: 22.Dh6: Lb6 23.Tf1! Schwarz ist machtlos gegen den Plan Sh4-f5 und muss auf f5 die Dame geben. 1-0 (33)
  3. Weidemann-Klein: Tf7:!! Bis zum heutigen Tag wohl der wahnsinnigste Zug, den ich je gespielt habe. Db6!? (Nach 21…Kf7: folgt das stille 22.Lh4!! und Schwarz ist Toast; z.B. 22…Ld2!? 23.Tf1+ Lf4 24.Dh5+ Tg6 25.Tf4:+ ef4: 26.Da5:(!)) 22.Lb5?!! (Noch ein Knaller, der jedoch leider bei bester Reaktion nur zu einer unklaren Stellung führt. Erst vor wenigen Tagen, also 30 Jahre später, teilte mir mein Computer mit, dass 22. Te7+!! gewonnen hätte. a) 22…Ke7: 23. Lh4+ Ke8 24. Dh5+ Kf8 25. Tf1+ Sf6 26.Tf6:+ Ke7 27. Te6:+! Ke6: 28. Dh6+ Kd7 29.Db6: Ld4 30. Db3 trotz Materialgleichheit ist Schwarz gegen die Kraft von Dame und Läufern machtlos; b) 22…Kd8 23.b3! Der Computer behauptet, dass Schwarz trotz Mehrfigur glatt auf Verlust steht; z.B. 23…Kc7 24. Td3! Dg1+ 25. Ld1) ab5:?? (Was wir beide übersehen hatten, war, dass nach 22…Kf7:! 23. Lh4?? Schwarz nun einfach Db5: spielt und das Feld f1 kontrolliert. Weiß muss daher auf 22…Kf7: 23.Dh5+ probieren; z.B. 23…Tg6 24. Dh7+ Tg7 25.Tf1+ Ke7!? (25…Sf6 26. Tf6:+! ist remis) 26. Dg7:+ Kd6 27. Td1+ Kc7 28.bc3: Db5:+ 29.Kc1 und jeder Partieausgang ist möglich.) 23. Dh7! (Vorhang!) Tf8 24. Te7+ Kd8 25. Ted7:+ 1-0
  4. Weidemann- Hausrath: Se6:! (oder 11.Sg6:!) fe6: 12. Dg6:+ Ke7 13.gh6:! (13. Se2 De8 14.Sf4 Dg6: 15.Sg6:+ Kf7 16.Sh8:+ Kg7 17.gh6:+ Kh8: ist eine Computervariante, aber nicht so gut wie der Textzug) Lh6:?! (Objektiv besser war 13…Se5: 14.de5: De8, wonach Schwarz einen Minusbauern ohne jede Kompensation hat) 14. Lg5+! Lg5: 15. Dg7+! (Das ist der Witz, Schwarz ist völlig hilflos) Ke8 16. Dh8: Kf7 17. Dh5+ Kf8 18.Tg1 Lf6 19.Dh7 Lg5 20. h4 De7 21. Dh8 Df7 22. Tg5: 1-0
  5. Störing-Weidemann: 15…Tf3:! 16.gf3: Dh4 17. c4 e4 18.f4 Dg4+ 0-1 Immer noch mein kürzester Schwarzsieg gegen einen Top-Spieler.
  6. Weidemann-Levermann: Lf8!! Lg7 22.Lc5: 1-0
  7. Weidemann- Woestmann: Dg7:+! Kg7: 17.Sd5:+ Kh6 18.T1e4! g5 19.T7e5!! (Weiß droht „stumpf“ Tg5: und Th4 matt) f5 (19…f6 20.Sf6: verliert auch) 20.Te6+!! Le6: 21.Te6:+ Kh5 22.Lg7! (22.Sf4+ oder 22. g4+ sind laut Computer einen Zug früher matt) Sd5: 23. Th6+ Kg4 24.h3+ (Zeitnot, 24.Se5+ war schneller matt) Kf4 25.Le5+ Ke4 26.Te6 f4 27.Lc7+ Kf5 28.Sd4 matt 1-0

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