Auch die Jüngeren sind wieder aktiv und machen auf sich aufmerksam!

Ein Bericht von unserem Jugendwart Aleksandr Barskij :  Online SVR-U10-MM war spannend…

 

Unser Verein schickte am vergangenen Samstag die U10-Mannschaft ins Rennen. Es spielten Elias Boese, Finn Franta, Tilo Roos, Tom Duwenbeck, Anton Hoffman war als Ersatzspieler aufgestellt, und Mannschaftskapitän war Aleksandr Barskij.

Kurze Vorgeschichte: Die U10-Mannschaftsmeisterschaft der SVR (Schachverband Ruhr) -Schachjugend Saison 2019/20, sollte eigentlich schon vor einem Jahr stattfinden, musste aber wegen der Corona-Maßnahmen abgesagt werden. Der Turnierleiter Werner Wilfried Jentzsch versuche es nochmals im Herbst, und eben jetzt, das Turnier als Präsenzveranstaltung durchzuführen. Alle Versuche scheiterten trotz aller Mühe, schuld waren mal wieder die Maßnahmen der Bundesregierung und Landesregierung, welche beschlossen worden waren. Als letzten Ausweg wurde deswegen entschieden, die Veranstaltung im Internet durchzuführen. Letztendlich wurde das Turnier mit 6 Mannschaft durchgeführt. So kam es zur ersten Online SVR MM U10. Die Meisterschaft wurde auf dem Schachserver von Lichess durchgeführt. Der Schachklub Kelheim hatte eine spezielle Applikation für Mannschaftsturniere programmiert, was erlaubte, dass über die Turnierseite von Kelheim die Spieler via Link automatisch zu ihren Partien auf lichess.org kamen ohne längeres Suchen der Gegner und Einstellen des Zeitmodus. An dieser Stelle ein großes Lob an den Schachklub Kehlheim.

Die Teilnehmer des Turniers waren, SF Brackel, SV Erkenschwick, SV Springer Recklinghausen-Süd, SV Mülheim-Nord, SF Essen-Werden, SV Unna, und SV Welper. Der Zeitmodus war 13+2.

Im Vorfeld des Turniers veranstalte unsere Jugendabteilung zwei Turniere damit die Spieler noch etwas Spielerfahrung auf Lichess sammeln konnten.

Ich als Jugendwart hatte allgemein Angst, dass der Spielstärkenabstand zu den großen Vereinen nochmal viel größer geworden ist in der Corona-Zeit. Einfach der Tatsache geschuldet, dass so ein richtiges Onlinetraining erst so seit ca. 2 Wochen stattfindet. Bis dahin bestand das Onlinetraining mehr oder weniger nur aus den Söhnen von Stephane Graff. Hin und wieder schauten verschiedene Spieler vorbei wie Holger, Tilo oder Tom. Zwar war ein großer Teil der Mannschaft amtierender Meister der U12 im Schachbezirk Hamm, nun aber wird auf Verbandsebene gespielt und da sind die Gegner ein ganz anderes Kaliber.

Ein Blick auf die Aufstellungen zeigte, bis auf Welper hatten viele Spieler eine Zahl über 800 DWZ. Zudem konnte man davon ausgehen, dass sie die Spiel- und Trainingsmöglichkeiten z. B. auf lichess.org viel mehr nutzten als die Kinder unseres Vereins. Trotzdem hatte ich eine Hoffnung, dass es bei den großen Vereinen auch nicht so rund gelaufen ist mit dem Training im Internet.

Nun aber  zum  Turnier:

Runde 1:

Wir spielten gegen Erkenschwick. Drei von vier Spieler besaßen schon eine DWZ von 985 und höher, im Gegensatz zu uns, wo nur Elias eine Zahl von 759 hatte. Der Matchverlauf war nicht gut für uns: Unsere Spieler übersahen leider viele einzügige, taktische Möglichkeiten. Am besten stand noch Finn, aber nach f5 konnte sein Gegner durch eine Familiengabel doch noch die Partie gewinnen. Schade. Ergebnis 4:0 für Erkenschwick.

 Runde 2:

Dieses Mal gegen Recklinghausen-Süd. Dieser Verein hatte an 1 und 2  Spieler mit einer Zahl von 941 und 1161. Wieder stürzten sich unsere Recken ins Kampfgeschehen. Unsere Spieler hielten länger durch. Die Gewinnzüge der Gegner waren entweder zweizügige Materialgewinne oder es wurde Schritt für Schritt Material weggenommen und am Ende mattgesetzt. Am allerbesten hielt sich Tom. Er hatte sogar eine Gewinnstellung, wenn er nicht in einem Zug seine Dame eingestellt hätte. Schade, nächstes Mal wird es bestimmt besser, oder? Ergebnis 4:0 für Recklinghausen-Süd.

Runde 3:

Nun ging es gegen Essen-Werden. An 1 und 2  spielten die Spieler mit einer DWZ von 1072 bzw. 908. Unna war nicht einzuschüchtern, und die Jungs stürzten sich abermals mit viel Hoffnung in den Kampf, und tatsächlich zeigte Unna zum ersten Mal etwas seine Krallen. Finn spielte eine gute Partie. Nachdem der Gegner ihm einen Läufer geschenkt hatte, setzte er schließlich seinen Gegner matt. Bei den anderen Kindern lief es nicht so gut. Damit gewann Essen-Werden mit 3:1, und Unna hatte seinen ersten Brettpunkt! Es ging aufwärts.

Runde 4:

Nun ging es aber gegen den Topfavoriten SF Brackel. Alle Spieler hatte schon eine DWZ. Niedrigste Zahl 768 höchste 1143. In dieser Runde setzten die Gegner entweder sehr schnell Matt oder es wurde leichtsinnig Material verschenkt, was nach längerem Kampf zum Matt führte. Das Ergebnis 4:0 für Brackel. Na ja gegen „Wölfe“ ist es eben sehr schwer… Wenn es „Kätzchen“ wären, hätten wir mithalten können. Es kommen bestimmt bessere Zeiten.

Runde 5:

Nun ging es gegen Welper. Hier machte ich mir etwas Hoffnung auf die ersten Mannschaftspunkte. Bei Welper hatte bisher keiner eine DWZ, zumal zu diesem Zeitpunkt war die Mannschaft letzter. Bei Elias behielt der Gegner den besseren Überblick in einer hoch taktischen Partie. 0:1. So nun zu Finn: Nachdem Finn eine Leichtfigur gewonnen hatte, stellte er eine Falle, wo der Gegner eine Leichtfigur zurückgewinnen konnte. Der Gegner konnte nicht widerstehen. In der Folge setzte Finn den Gegner Schachmatt. Bravo! Stand: 1:1. Tilo hatte in seiner Partie den etwas besseren Durchblick insgesamt. Er gewann im Mittelspiel einen Turm für drei Bauern, aber es blieb spannend. Erst als er noch die gegnerische Dame durch einen Spieß gewann, war die Partie gelaufen, und schließlich setzte er den gegnerischen König matt. 2:1 für Unna. Die Entscheidung über den Ausgang des Kampfes fiel am Brett von Tom. Man merke beiden Spielern die Nervosität an, deswegen wurden bedrohte Figuren nicht weggezogen bzw. viele Züge nicht geschlagen. Trotzdem spielte Tom das etwas bessere Schach, so dass er im Endspiel einen Läufer mehr hatte, aber es blieb spannend. Die Vorentscheidung fiel erst, als sein Gegner seinen Turm auf ein bedrohtes Feld stellte. Tom nutzte seine Chance und schlug die ungedeckte Figur. Am Ende setzte er matt mit Dame und Turm. Endergebnis 3:1, und Unna bekam zwei Mannschaftspunkte. Es geht doch, wir kommen!

Runde 6:

In dieser Runde hatten wir spielfrei. Zeit zum Durchatmen, um Kraft zu sammeln.

Runde 7:

Da es mir zu spät aufgefallen war, dass es doch noch eine 7. Runde gibt, brauchte es schließlich noch ein Telefonat, um Finn nochmal an das virtuelle Brett zurückzubekommen. Da die Runde längst schon am Laufen war, begann er seine Partie statt mit 13 Minuten mit 6,5 Minuten. Wir hatten es in der Schlussrunde mit Mühlheim – Nord zu tun. Da durch die Bank viel zu viele Gastgeschenke gemacht wurden, gewann Mühlheim-Nord diesen Kampf mit 4:0.

Schach über mehrere Stunden ist anstrengend und ein richtiger Sport. Uns fehlte am Ende etwas die Konzentration. Wer weiß vielleicht hätten wir ja sonst die Chance, den Bundesligaverein etwas zu ärgern.

Am Ende hatten wir 4 Mannschaftspunkte und Finn Franta war mit 2 Punkten aus 6 Partien unser Topscorer. Die Mannschaft hat wertvolle Erfahrung gesammelt. Alle Partien und Statistiken gibt es hier: https://turniere.schachklub-kelheim.de/nrw-u10-ruhrgebiet.

 

Ich hoffe, dass diese Meisterschaft  für alle Spieler ein Ansporn ist, so schnell wie möglich zu einem Spiel zu kommen, in dem sie ihre wahre Stärke zeigen können. Die Zukunft wird wunderbar!

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