Letzte Runde der Ersten in der Verbandsklasse: Aufstieg: Ja? Nein? Vielleicht?
Am gestrigen Sonntag hatte die erste Mannschaft ihr letztes Spiel in der laufenden Saison in der Verbandsklasse. Die Ausgangssituation war klar (oder ziemlich klar). Unna hatte vor der letzten Runde als Tabellenführer einen Mannschaftspunkt mehr als Essen-Werden 3.
Hinzu kam, dass Unna auch 3,5 Brettpunkte Vorsprung hatte. Ein Sieg und der Aufstieg wäre besiegelt. Selbst ein 4:4 gegen SG Bochum 31 schien zum Aufstieg zu reichen. Denn dann hätte Essen-Werden gegen den Viertplatzierten SD Osterfeld schon mit 7,5:05 gewinnen müssen. Und so sah die Tabelle vor der letzten Runde aus. Aber auch für unseren Gegner stand Einiges auf dem Spiel. Durch einen hohen Sieg in der vorletzten Runde hatte Bochum sich von einem Abstiegsplatz überraschend entfernt und hätte nun seinerseits durch einen Sieg in der letzten Runde sogar den Klassenerhalt schaffen können. Nominell hatte Bochum ohnehin den stärksten Kader aller Mannschaften in der Verbandsklasse gemeldet. Allerdings waren drei der stärksten Spieler bis zum vorletzten Spieltag gar nicht erst angetreten. Lediglich am vorletzten Spieltag war einer der Top-Drei-Spieler angetreten.
Bochum top besetzt
Mit einer überraschend starken Mannschaftsaufstellung signalisierten die Bochumer schon zu Beginn, dass sie nicht einfach gewillt waren, unserer ersten Mannschaft den Sieg und damit den Aufstieg zu überlassen. Damit zeigte sich schon von Beginn an, dass es ein spannender Kampf zu werden drohte. Nach fast drei Stunden gelang es Bochum dann am vierten Brett ein Remis gegen Aleksandr. Barskij zu erreichen. Laut Aleksandr hatte der Bochumer ungewohnt schnell gespielt und auch als Konsequenz daraus, eine Leichtfigur verloren. Doch Aleksandr hatte sich von der schnellen Spielweise anstecken lassen und als Folge dann ebenfalls schneller als gewohnt gespielt. In der Folge übersah er dabei die Möglichkeit, dass der Gegner ein Dauerschach zelebrieren konnte, so dass es eben zu diesem Remis kam. Als Nächster musste dann Axel Franck ein Remis annehmen. In minimal schlechterer Stellung für Axel, bot der Gegner ein Remis an. Dieses Remis nicht anzunehmen, barg allerdings mehr Risiken, die Partie sogar noch zu verlieren, so dass auch Axel annehmen musste. Dafür sah es allerdings bei Dominik Humpert umso erfreulicher aus. Dominik hatte im Endspiel neben den Bauern noch einen Springer (der Gegner aber nicht!), so dass er gewinnen konnte. Frank Grube, der zu diesem Zeitpunkt schon schlechter stand, hatte seine Aufgabe aus psychologischen Gründen zurückgehalten, um seine Mitstreiter nicht mental zu schwächen. Da aber nun auch noch Jürgen Flotow seinen Sieg fest im Blick hatte, konnte Frank leider seine Niederlage eingestehen und gab auf. Wie erwartet siegte dann aber auch Jürgen und Unna führte bei noch zwei ausstehenden Partien mit 3,5:2,5. Beide noch ausstehenden Partienvon Thomas Rumpf und Sascha Krämer schienen durchaus noch Remis-verdächtig, so dass der Aufstieg in absolut erreichbare Nähe rückte…
Turbulente Schlussszenen
Sascha hatte mit dem Bochumer nun wirklich einen extrem starken Gegner. Aber Sascha mit seiner stoischen Ruhe konnte die Partie mit viel Überlegung lange Remis halten. Und auch Thomas Rumpf hatte mit seinen zwei Türmen gegen eine Dame im Bauernendspiel sogar einen kleinen Vorteil. Plötzlich kam es zu einem wirklich kleinen Tumult, oder sagen wir besser es wurde dann bei Sascha am ersten Brett unruhig! Die Bochumer lächelten und sprachen von einem Zeitsieg. Was war passiert? Als Sascha seinen 40. Zug machen musste, lief ihm die Zeit aus und er versuchte noch in der letzten Sekunde den notwendigen 40. Zug zu machen, um den Bonus von 30 Minuten zu erhalten. Die Uhr zeigte bei Sascha im Display eine Fahne an (konstant ohne Blinken). Die Zeit selbst wurde mit 30 Minuten angegeben. Während die Bochumer die Meinung vertraten, dass Sascha seinen 40. Zug nicht mehr im Zeitlimit beendet hatte, war Sascha darüber natürlich irritiert und plädierte darauf, dass der Zug noch abgeschlossen worden ist. Ansonsten hätte ja die Uhr nicht mehr die 30 Minuten Bonus angezeigt. Da sowohl die Bochumer als auch die Unnaer sich eingestehen mussten, dass sie nicht 100%-ig mit der Funktionsweise der Schachuhr vertraut waren, wurde dann noch weitergespielt. In der Zwischenzeit hatte auch Thomas ein Remisangebot bekommen, da der Gegner keinen Weg mehr sah, die Partie gewinnen zu können. Tatsächlich waren zu diesem Zeitpunkt die Aussichten für Thomas größer einen Gewinn herauszuholen als umgekehrt. Aber schon vorher hatten die Unnaer die Marschrichtung herausgegeben, dass ein 4:4 für den Aufstieg unter normalen Umständen reichen würde. Thomas akzeptierte daher das Remis und Unna hatte seinen vierten benötigten Punkt. Sascha war allerdings mittlerweile auch auf den Verliererweg abgebogen, so dass der Wettkampf gegen Bochum mit 4:4 endete. Das sollte für den Aufstieg alle Male reichen!
Große Überraschung in Essen! 🙁
Die letzte Partie war kaum zu Ende, da war auch schon im Ergebnisdienst des Schachverbands Ruhgebiet das Resultat der Partie von Essen gegen Osterfeld nachzulesen… Sie Spieler trauten ihren Augen nicht, als sie das Resultat von Essen sahen! Die Mannschaft aus Essen-Werden hatte dort tatsächlich gegen den Verein aus Oberhausen mit 7,5 :0,5 gewonnen. Doch was hatte diese unglaubliche Ergebnis für eine Konsequenz für den eigenen Aufstieg? War das wirklich möglich, dass Essen die Osterfelder, die noch bis zur 6. Runde die Tabelle angeführt hatten, so am letzten Spieltag vernichtet haben? Ein Tippfehler war es zumindest anscheinend nicht. Nunmehr sind Essen und Unna identisch in der Tabelle mit Mannschaftspunkten und Brettpunkten. Beide Mannschaften haben jeweils 14 Mannschaftspunkte geholt und auch jeweils 43,5 Mannschaftspunkte! 
Also geteilter Erster? Leider Nein! Denn in diesem Fall sieht die Spielordnung vor, dass der direkte Vergleich herangezogen wird. Der direkte Vergleich im September endete aber mit einem 4,5:3,5-Sieg für Essen Werden. Man fühlte sich ein Stück weit an die Freude im Parkstadion erinnert, als man dort schon den Meistertitel feierte, während die Partie von Bayern München noch lief und wie wir wissen, für München noch das bessere Ende fand. Sind wir also nun die Meister der Herzen? (vielleicht doch etwas zu viel Dramaturgie) Hätten wir damals einen halben Punkt mehr erzielt, wären wir Erster geworden. So aber sind wir Zweiter. Und nun wird es davon abhängen, wieviel Mannschaften insgesamt aus den drei Verbandsklassen in die zwei Verbandsligen aufsteigen. Entscheidend wird dafür wiederum sein, wieviel Teams aus der NRW-Liga in die Verbandsliga des SV Ruhrgebiets absteigen… Denn je mehr Vereine des Ruhrgebiets aus der NRW-Klasse absteigen, umso weniger Vereine werden aus der Verbandsklasse für die Verbandsliga benötigt. Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass die Tabellenzweiten der drei Verbandsklassen Stichkämpfe gegeneinander für den Aufstieg absolvieren müssen…
Es bleibt also weiter spannend. Den Aufsteigern aus Essen-Werden allerdings einen Glückwunsch zu Ihrem Aufstieg. Wer hätte das noch vor der letzten runde gedacht…
Saisonausklang im Meisterhaus
Man gewinnt zusammen, man verliert zusammen…
… und man isst zusammen!
Bis auf Frank Grube, der noch einen weiteren Heimweg hatte, traf man sich dann noch anschließend im Meisterhaus, um die Wunden zu lecken (oder eben doch eine Pizza zu essen). Gemeinsam tröstete man sich und ließ es bei Speis und Trank sacken. Aber es klang auch ein wenig Trotz und Zuversicht heraus, als man doch resümierte, dass zu Beginn der Saison solch ein tolles Mannschaftsergebnis nicht unbedingt zu erwarten war. Die Mannschaft hatte sich gut aufeinander in dieser Saison eingestellt und wird im Wesentlichen auch so wieder in der neuen Saison antreten können, egal ob nach erfolgreichen Stichkämpfen in der Verbandsliga oder ein weiteres Jahr in der Verbandsklasse. Vielleicht findet sich ja sogar noch bis zur neuen Saison eine weitere Verstärkung!? Warten wir mal ab, was es noch für Überraschungen in diesem Jahr gibt… 😉
Alle Spieler der ersten Mannschaft haben im Laufe der Saison mindestens 50 % der möglichen Punkte geholt. Mit Frank Kleinegger und Jürgen Flotow gab es sogar zwei Spieler, die alle Partien in dieser Saison bestritten und mit über 72 % (6,5 Punkte aus 9 Partien) sogar die besten Scorer-Werte erreichten. Hingewiesen werden sollte aber auch auf die Leistungen von Elias Le, Walter Irländer und Wolfgang Wittig, die ebenfalls als Stamm der ersten Mannschaft an den anderen Spieltagen mit ihren jeweils 50 % an Punkten zum tollen Abschneiden der Mannschaft beigetragen haben, aber am letzten Spieltag nicht eingesetzt wurden.







1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort
Daumen drücken am nächsten Sonntag, dass alle Tabellenzweiten ohne Stichkampf aufsteigen… 😉